Das Zittern geht weiter
Berlin. Nachdem Anfang dieser Woche bereits zweimal tagsüber die komplette Heizungsanlage in der Wohnsiedlung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) in der Sundgauer-/Brettnacher-/Mühlenstraße in Berlin-Zehlendorf nach Ankündigung, trotz Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, abgestellt wurde und mehrere Dutzend Haushalte ohne Heizung und Warmwasser auskommen mussten, ist am 2. Dezember 2010 die Heizungsanlage aus bisher noch nicht bekannten Gründen ausgefallen. Viele Betroffene bemerkten es gar nicht, da sie bereits im Bett lagen und schliefen. Das kalte Erwachen wird erst noch kommen.
Herr D., einer der betroffenen Mieter, lüftete noch kurz vor dem Schlafengehen und bemerkte dabei gegen 23:30 die erkalteten Heizkörper. Schon seit etwa 22:00 Uhr habe er das Gefühl gehabt, die Heizung sei nicht wirklich warm gewesen. Kurze Zeit später, nachdem er alle Heizungsventile voll aufgedreht hatte und keine Erwärmung feststellen konnte, habe er gegen 23:50 Uhr den Notdienst der, von der BIMA beauftragten, Heizungsfirma verständigt. Dieser kam gegen 0:30 Uhr, konnte allerdings lediglich feststellen, dass er keinen Schlüssel für die Tür zur Heizungsanlage hatte und rückte unverrichteter Dinge wieder ab. Unter einer Nummer, die in einer älteren Liste stand, war zwar jemand zu erreichen, allerdings nicht (mehr) zuständig für diese Wohnanlage. Die letzte Hoffnung, der Schlüsseldienst für Notfälle, sei gar nicht erreichbar gewesen.
Gegen 1:30 Uhr gab Herr D. seine Bemühungen, eine schnelle Lösung des Kälteproblems zu finden, auf. Das Thermometer zeigte im Schlafzimmer mittlerweile nur noch knapp 13 Grad an. Bei Außentemperaturen von unter minus zehn Grad wird das wohl noch nicht die niedrigste Temperatur sein, die Herrn D. und seine Familie in dieser Nacht erwarten.
Einige Fragen werden Herrn D. wohl vor dem Einschlafen und auch noch danach beschäftigen, wie vielleicht diese:
Wieso gibt es einen Notdienst, der nichts machen kann, wenn der Notfall eintritt, einfach nur, weil er keinen passenden Schlüssel hat, um in den Raum zu gelangen, wo er vielleicht nur einen Schalter hätte umlegen müssen?
Wäre vielen Menschen das Frieren erspart geblieben, wenn es eine bessere Planung gegeben hätte und die Arbeiten zur Umstellung der Heizungsanlage noch vor der Heizperiode oder danach stattgefunden hätten?
Wer ist denn nun eigentlich verantwortlich?
nhd
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