Home Nachrichtenüberblick Berlin Falscher Polizist leitet DRK-Bereitschaft
 
Falscher Polizist leitet DRK-Bereitschaft
Benutzerbewertung: / 11
SchwachPerfekt 
Nachrichten - Berlin
Geschrieben von: nhd   
Samstag, 16. August 2008 um 10:23
smaller text tool iconmedium text tool iconlarger text tool icon

Vor fast genau zwei Jahren war er in den Verdacht der Amtsanmaßung geraten, weil er sich als Polizist ausgegeben haben soll. Vor Kurzem ist er zum kommissarischen Bereitschaftsleiter im DRK Kreisverband Berlin Schöneberg-Wilmersdorf ernannt worden.

Die Bereitschaft Wilmersdorf war leitungslos geworden, da Vorstand und Präsidium der kompletten Leitung und weiteren Helfern ein Hausverbot erteilt hatten (siehe Beitrag „DRK Berlin: Hausverbot im Zeichen der Menschlichkeit“). Eine neue Leitung musste her und da schien der 24-jährige Marvin S. (Name von der Redaktion geändert) gerade recht zu sein.

 

Clemens Trautermann, stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter, informierte am 6. August die Mitglieder der Bereitschaft Wilmersdorf darüber, dass er Marvin S. kommissarisch mit der Bereitschaftsleitung beauftragt habe.

 

Vor fast genau zwei Jahren sorgte S. für Schlagzeilen, weil er sich als Polizist ausgegeben haben soll, wie Berliner Tageszeitungen berichteten:

 

Er habe einen Taxifahrer wegen „rüden Fahrstils“ zur Rechenschaft ziehen wollen, hieß es. Dabei habe er in fast schon filmreifer Manier den Taxifahrer ausgebremst und ihn so zum Halten gezwungen. Nach einem längeren Vortrag über korrektes Verhalten im Straßenverkehr verweigerte der Taxifahrer die Herausgabe seines Führerscheins und verlangte stattdessen den Dienstausweis des vermeintlichen Polizisten zu sehen. Als S. die Flucht antrat statt seinen Dienstausweis, den er natürlich nicht besaß, zu zücken, alarmierte der Taxifahrer die Polizei, die den Flüchtigen kurze Zeit später stellen konnte. Funkgerät, Schlagstock und Blaulicht wurden im Fahrzeug von S. sichergestellt.

 

Auf Anfrage, ob das Haus- oder Dienstverbot der DRK Rettungsdienst Berlin gGmbH, das als Folge des obigen Vorfalls ausgesprochen worden sein soll, noch existiere, teilte S. mit, man habe ihm damals die Möglichkeit gegeben, den Verdacht gegen sich auszuräumen, was er bisher nicht getan habe, da es auch in Brandenburg Rettungsdienste gebe.

 

Im Laufe des Gesprächs mit der Redaktion beteuerte S., die Kreisbereitschaftsleitung bereits davon in Kenntnis gesetzt zu haben, dass er das Amt, zu dem er fast unfreiwillig gekommen sein will, bereits abgelehnt und dazu aufgefordert habe, die Mitglieder der Bereitschaft umgehend auf selbem Wege darüber zu informieren. Eine Bestätigung darüber liegt der Redaktion bis dato nicht vor.

 

Die meisten Leitungs- und Führungskräfte des Kreisverbandes wussten von dem Vorfall. Das war auch ein Grund dafür, dass Marvin S. in den vergangenen Jahren fast gar nicht am Bereitschaftsleben teil nahm. Erst in letzter Zeit, kurz vor seiner Ernennung, war er etwas öfter zu sehen.

 

Obwohl intern nie ein Verfahren angestrengt wurde um der Sache offiziell auf den Grund zu gehen, machte man sich vor Kurzem noch Gedanken darüber, ob Marvin S. überhaupt ehrenamtliche Dienste  machen oder gar ein Fahrzeug des DRK führen dürfe. Um so mehr verwundert die kürzliche Erhebung in den Stand des kommissarischen Bereitschaftsleiters.

 

Weiterführende Links zur damaligen Berichterstattung

nhd

 

Kommentare
Neuer Kommentar Suche RSS
pm  - DRK Berlin   |87.181.162.xxx |2008-08-16 13:46:36
Die derzeitigen Vorfälle bei DRK Kreisverband Berlin sind ein schlag gegen die
Imagekampange!
Warum kann der dortige Kreisverband nicht, solche derart
negativen Artikel zu veröffentlichen?
Bzw. wieso ist das hauptsächlich in
Berlin der Fall?
Vieleicht sollte man nicht bei der Bereitschaft anfangen,
sondern bei dem Vereinsvorstand!?
Sabrina Brandt   |84.191.202.xxx |2008-08-19 23:18:03
Es ist meiner Meinung nach fraglich, ob sich der Verfasser dieses Artikels
wirklich mit dem DRK identifiziert. Der Artikel hetzt gegen offenbar verjährte
Angelegenheiten und unterstellt den Führungskräften des DRK ein eingetrübtes
Urteilungsvermögen, indem sie einen solchen „Straftäter“ zum
kommissarischen Bereitschaftsleiter ernennen. Zudem wird es wohl seine Gründe
gehabt haben, die bisherige Führung der Bereitschaft ihrer Aufgaben zu
entheben.
Michael Marx  - Deutsche Disziplin ?   |85.178.53.xxx |2008-08-21 13:34:30
Sehr geehrte Frau Brandt,
da freue ich mich aber für das DRK in Berlin, dass
wenigstens noch eine Helferin bereit ist, uneingeschränkt Gehorsam zu
bekennen.
Natürlich ist die Geschichte von dem Hobbypolizisten in diesem Forum
nicht objektiv zu bewerten und schon gar nicht zu verurteilen. Aber gesetzt den
Fall, dass die ganze Geschichte nicht völlig erfunden ist, lässt der
Sachverhalt doch gewisse Schlüsse auf charakterliche Unzulänglichkeiten zu.
Ich denke, wenn genau der selbe Mensch sich für eine bezahlte Position beworben
hätte, wäre die Toleranz des DRK auf den Nullpunkt gesunken.
Schön, dass SIE
glauben die Führung hätte wohl Gründe für ihr Vorgehen gehabt. Das heißt
aber auch, niemand hat Ihnen diese Gründe konkret genannt. Haben Sie so wenig
Selbstwertgefühl, dass Sie glauben, man wird "ganz oben" schon richtig
denken und es ist schon angemessen, Sie aus diesen Denkprozessen heraus zu
halten ?
Ohre polemisch werden zu wollen, aber diese Mentalität hat in der
Geschichte unseres Landes schon Situationen erzeugt, für die wir heute noch zur
Verantwortung gezogen werden.
Ein gesundes Kontrollsystem (nicht nur im
Finanzbereich... ) sollte heute eine Selbstverständlichkeit sein und auch dem
DRK gut zu Gesicht stehen. Allein schon der absolut überwiegenden Mehrheit von
integeren und hoch motivierten Helferinnen und Helfern wegen
....

Gruß

Michael Marx
Sabrina Brandt   |84.191.231.xxx |2008-08-22 02:35:32
Deutsche Disziplin? Auf welchem Niveau bewegen wir uns hier?

Ich bin ein
eigenständig denkender Mensch und lasse mir nicht unterstellen, dass ich einer
Organisation hörig sei und mir meine Meinung nicht selbstständig bilden
kann!
Die Anschuldigungen gegenüber Marvin S. stammen, gelinde gesagt, aus der
Klatsch- und Tratschpresse. Offenbar wurde der Angelegenheit aus diesem Grunde
schon damals kaum Beachtung geschenkt.
Mit Ihrer Anspielung „Ohre polemisch
werden zu wollen, aber diese Mentalität hat in der
Geschichte unseres Landes
schon Situationen erzeugt, für die wir heute noch zur
Verantwortung gezogen
werden.“ werden Sie polemisch. Eine solche Aussage ist absolut untragbar und
unangebracht und bedarf keinem weiteren Kommentar!

Gruß
Sabrina Brandt
MK   |84.190.100.xxx |2008-08-23 12:49:01
Guten Tag,

auch wenn man über die Art und Weise der Berichterstattung
diskutieren kann...Es werden hier Symptome aufgeszeigt, die lange kein
Einzelfall im DRK sind. Es tauchen immer wieder ähnliche Vorfälle in der
Presse auf. Zu 99% basieren Sie auf Tatsachen - traurig, erschreckend, aber
leider wahr.

Ich hoffe, dass solche Berichte die Sensibilität erhöhen und
eine konstruktive Form von Selbstkritik in unseren Reihen Einzug hält.

@
Frau Brandt: Offen gesagt - Ihre Antworten lassen darauf schließen, dass auch
Ihr Blick eher fokussiert zu sein scheint und Sie sich vorschnelle Urteile
bilden. Denn sonst wäre Ihnen die überwiegend positive Presse gegenüber dem
DRK auf dieser Website bestimmt aufgefallen. Oder aber Sie neigen dazu, einige
offensichtliche Fakten zu verdrängen - so kann man sich die ursprünglich
schöne Welt des DRK zumindest heute noch mittels einem rosanen Filter
schönreden...


Ich sehe im Übrigen das Grundproblem auch weniger bei den
Helfern, sondern vielmehr in den Strukturen und Führungpositionen. Wenn man
sich die Aufteilung der einzelnen DRK-Gliederungen anschaut, werde ich eher an
all die Fürstentümer von 1871 erinnert. Aus guten Grund hat man sich dann
irgendwann zu einem Land zusammengetan...
Igor Gerecke  - Kreiskonventionsbeauftragter a.D.   |78.53.4.xxx |2008-08-23 13:37:25
Zu den Kommentaren von Frau Brandt:
Ich muss leider den anderen Kommentatoren
anerkennen, dass diese über intime Kenntnisse des Roten kreuzes verfügen. Wenn
Frau Brandt sich intensiver mit dem Roten Kreuz beschäftigen würde, wäre Ihr
mit Sicherheit aufgefallen dass viele Dinge eben keine Einzelfälle
darstellen.
Ich kann mich lebhaft an den Geschäftsführer des Bayerischen
Bluspendedienstes erinnern, der für das Rote Kreuz so engagiert war und gar
nicht verstehen konnte, dass das Landgericht München I
diesen engagierten
Menschen wegen Untreue zu 5 Jahren Haft verurteilte. Man kann der Presse
sicherlich viel vorwerfen, aber es dürfte aufgefallen sein, dass die Presse
doch eher amüsiert sich dieses Menschen und seiner Vorliebe für den
Polizeidienst widemete, als ihn zu verdammen. Im übrigeen sieht der Gesetzgeber
in solchen Fällen durchaus auch Haftstrafen vor; jedoch wird man ehe auf
Geldstrafen tendieren, Aber eines sollte auch klar sein, es ergibt sich durchaus
die Möglichkeit mehrere Straftaten zu verwirken, wenn man glaubt sich als
Beamter zu gerieren. Nachzulesen §§ 132,132a StGB. Im übrigen kann es sehr
teuer werden. Und wenn ein solcher Mensch dann Bereitschaftsleiter wird, kann
man dann nur sich dan folgendes Motto aus dem alten Rom erinnern: Difficile est
satiram non scribere- Es ist schwer, da nicht Satiriker zu werden. Und Frau
Brandt ganz ehrlich Sie haben mein Mitgefühl.
Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Website:
Titel:
UBBCode:
[b] [i] [u] [url] [quote] [code] [img] 
 
 
:angry::0:confused::cheer:B):evil::silly::dry::lol::kiss::D:pinch:
:(:shock::X:side::):P:unsure::woohoo::huh::whistle:;):s
 
Please input the anti-spam code that you can read in the image.

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 


Blog Button Add to Google Reader or Homepage Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de RSS Verzeichnis RSS Blog Top Liste - by TopBlogs.de

mieterinitiative


Informationsportal für Kuriere und Kurierzentralen