(Pressemeldung von Diakonie Bayern)
Sozialministerin Christine Haderthauer fasste die Ergebnisse so zusammen: „Um für die Zukunftsherausforderung Pflege in Bayern bestens gerüstet zu sein und die hohen bayerischen Standards zu halten, wollen wir das bereits bestehende staatlich geförderte Darlehensprogramm zur Renovierung von Pflegeheimen ergänzen. Wenn eine Renovierung nicht mehr genügt, sollen die Träger durch eine Absicherung mit Staatsbürgschaften in Zukunft in die Lage versetzt werden, in die Jahre gekommene Pflegeheime durch attraktive Neubauten, die einen zeitgemäßen Standard aufweisen, zu ersetzen. So ermöglichen wir Ihnen günstigere Konditionen bei der Fremdfinanzierung der Bauvorhaben. Das Gleiche gilt für unser Modernisierungsprogramm, das wir mit Engagement fortführen werden und das auch umfassende Modernisierungen erleichtert. Mehr Attraktivität brauchen wir aber auch bei der Ausbildung in der Altenpflege. Hier setzen wir uns zusammen mit den Wohlfahrtsverbänden dafür ein, dass der Bund schnellstmöglich eine ‚generalistische Pflegeausbildung’ schafft, bei der die derzeitigen Ausbildungen in der Alten-, Kranken und Kinderkrankenpflege zu einem einheitlichen Pflegeberuf zusammengefasst werden. Dabei muss es auch darum gehen, die Ausbildungsfinanzierung auf solide Beine zu stellen. Dem gleichen Ziel soll auch ein Vorstoß Bayerns dienen, die gesetzlichen Rahmenbedingungen für ein freiwilliges Umlageverfahren in örtlichen Regionen zu schaffen. Parallel starten wir in Bayern einen Ausbildungspakt, mit dem die Träger, die Kostenträger, die Bundesagentur und das Sozialministerium attraktive Arbeitsplätze in der Pflege schaffen und mehr junge Menschen für den Pflegeberuf gewinnen wollen.“
Landes-Caritasdirektor Prälat Karl-Heinz Zerrle, der diesjährige Vorsitzende der LAGFW, sagte, auch angesichts der prekären Finanzlage der öffentlichen Haushalte dürfe es keine Kürzungen im Staatshaushalt auf Kosten der Armen und Schwachen geben. Sie hätten die gegenwärtige Finanz-und Wirtschaftskrise nicht verschuldet. Prälat Zerrle forderte, die Banken als Verursacher der Krise mehr in die finanzielle Verantwortung für die Folgen ihres Handelns einzubeziehen. Der LAG FW- Vorsitzende zeigte sich erfreut über die Aussage des Ministerpräsidenten, im Augenblick seien keine Sozialkürzungen im Staatshaushalt erkennbar. Er hoffe, sagte Zerrle, dass dies auch im Jahr 2011 so bleibe. Im Übrigen verlasse man sich auf die Zusage des Ministerpräsidenten, bei der Gestaltung des Haushalts rechtzeitig einbezogen zu werden. Bei der generalistischen Ausbildung in der Pflege sei zu beachten, dass dies nicht zu einem Fachkräftemangel in der Altenpflege führe und die spezifischen Merkmale der Altenpflege erhalten blieben. Außerdem bedürfe es Staatsbürgschaften nicht nur für Generalsanierungen, sondern auch für Ersatzneubauten.
Die in der LAGFW zusammengeschlossenen Verbände sind die Arbeiterwohlfahrt, das Bayerische Rote Kreuz, der Landes-Caritasverband, das Diakonische Werk Bayern, der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden und der Paritätische Wohlfahrtsverband. In Bayern unterhalten die Wohlfahrtsverbände und ihre angeschlossenen Organisationen rund 14.500 Facheinrichtungen und Projekte im gesamten sozialen Bereich. Sie beschäftigen rund 170.000 hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zusätzlich engagieren sich im Raum der LAGFW etwa 400.000 Menschen ehrenamtlich – zum Beispiel in Verbandseinrichtungen oder Kirchengemeinden.
Posted: 2010-02-15 09:42:00
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