(Pressemeldung von Diakonie Bayern)
Die weltweite Zunahme chronischer Erkrankungen wie Herz-/Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Typ-2-Diabetes macht nicht nur die fachliche Qualifizierung von Pflegerinnen und Pflegern, sondern auch eine Verbesserung der pflegerischen Rahmenbedingungen erforderlich. Dass die immer umfassenderen Aufgaben der Kranken- und Altenpflege für die Fachkräfte zum Problem werden, liegt nicht an deren fehlendem Wissen oder Können, sondern am immer größeren Zeitmangel in der Pflege. Eine Gebührenerhöhung im ambulanten Bereich und die Anpassung des Personalschlüssels in Pflegeheimen sind deshalb dringend erforderlich. Beide Aufgabenbereiche haben mit zunehmenden Anforderungen eines Qualitätsmanagements mit dokumentierten Nachweisen für die Pflegeprüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung zu tun. „Der Wille des Gesetzgebers nach erhöhter Transparenz in der Pflege muss finanziert werden“, so Günter Beucker, Vorsitzender des Fachverbandes Evang. Altenhilfe in Bayern.
Professionelle Pflegekräfte werden aus Sicht der Diakonie Bayern sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich immer wichtiger. Sie sind es, die sowohl den PatientInnen und BewohnerInnen, aber auch deren Angehörigen das nötige Wissen und die probaten Wege zur wirksamen Krankheits- und Pflegevorsorge vermitteln und diese wirksam motivieren und begleiten müssen. Darüber hinaus managen sie die vereinbarten Pflegeprozesse und sind AnsprechpartnerInnen für Haus- und FachärztInnen. Auch bei internen und externen Pflegequalitätsprüfungen des Medizinischen Dienstes oder der Heimaufsicht stehen die Pflegefachkräfte im Fokus.
Das Aufgabenspektrum der Pflegefachkräfte wird sich in Zukunft noch deutlich erweitern und differenzieren. Bereits jetzt ist zu erkennen, dass der Bedarf an fundiert ausgebildeten Kräften zunimmt. „Vor diesem Hintergrund wird es immer dringlicher, dass die Politik bessere Rahmenbedingungen für Pflegekräfte schafft“, sagt Markert. Es macht beispielsweise wenig Sinn, einen Schulversuch „Generalistische Pflegeausbildung mit beruflichem Schwerpunkt in Bayern“ einzuführen, ohne gleichzeitig geklärt zu haben, dass die Ausbildungsvergütung mit Praxisanleitung und die Kosten der schulischen Qualifizierung von allen in der Gesellschaft getragen werden, damit die Zukunft einer angemessenen Pflege gesichert ist. Markerts Befürchtung: „Ohne eine solidarische Finanzierung der Pflegeausbildung, beispielsweise durch das von uns favorisierte Umlageverfahren, wird es sehr schwer, die notwendige Zahl motivierter Nachwuchskräfte für den Pflegeberuf zu gewinnen.“
„Die fachgerechte aber auch angemessen finanzierte Pflege sehen wir als gleichwertige Herausforderung zu den derzeit verhandelten Wirtschaftsfragen“, sind sich Markert und Beucker einig und appellieren an Politik und Gesellschaft, „die Pflege zu würdigen und zu lernen, sie besser zu schätzen“.
Posted: 2010-05-11 17:27:00
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