(Pressemeldung des DRK Landesverband Nordrhein e.V.)
Die DRK-Wasserwacht ist zwischen Niederrhein, Ruhr, Eifel und Bergischem Land mit 500 ehrenamtlichen Rettungsschwimmern, mit Rettungsbooten und Taucherstützpunkten einsatzbereit. Teilweise besteht eine Dienstbereitschaft rund um die Uhr. Gerade im Sommer haben die Retter viel zu tun.
Unterschätzte Gefahren
Flüsse können in ihrer gesamten Länge nicht stetig überwacht werden, weder durch Polizei und Ordnungsdienste, Feuerwehr oder DRK-Wasserwacht. Auch wenn das Baden nicht ausdrücklich verboten ist, sind sie immer gefährlich. Die größte Gefahr ist, Gefahren nicht zu erkennen oder zu unterschätzen. So wurden jüngst im Rhein bei Krefeld zwei Erwachsene von Sog und Welle eines vorbeifahrenden Schiffes in die Fahrrinne gezogen und ertranken. Die DRK-Wasserwacht warnt: „Schwimmer gehören nicht in den Rhein!“Die meisten Badetoten gibt es in Bundesländern mit vielen kleinen Gewässern (Bayern). NRW liegt in der jährlichen Statistik an dritter Stelle. Betroffen sind vor allem Kinder (bis 5 Jahren), die noch nicht schwimmen können, und Männer über 50, die sich selbst überschätzen. Auch Alkohol spielt eine maßgebliche Rolle. Die wenigsten Badeunfälle und Badetoten gibt es in Schwimmbädern.
Tauchunfälle: Ärzte brauchen Fortbildungen
Notfallmediziner des DRK Nordrhein haben jüngst auf mehreren bundesweiten Symposien darauf aufmerksam gemacht, dass in Krankenhäusern in der Regel nur wenig Erfahrung mit Tauchunfällen besteht. Dr. Stefan Schröder, DRK-Wasserwacht: „Tauchunfälle werden häufig nicht erkannt. Es kann zu falschen Behandlungen kommen. Fortbildungen für Notfallärzte in der Wasserrettung sind das Gebot der Stunde.“ Das DRK wird in Verbindung mit der Ärzteschaft vermehrt solche Fortbildungen anbieten.
Jeder kann selbst was tun
Blutkonserven werden knapp. In einigen Kliniken ist es aktuell zu Engpässen und Verschiebungen geplanter Operationen gekommen. Die DRK-Wasserwacht: „Hier kann jedermann etwas tun und zum nächsten Blutspendetermin des DRK gehen. Gerade auch Schwimmer können so mit dazu beitragen, dass sie und andere ihr erfrischendes Hobby mit einem guten Gefühl ausüben können.“
Junior-Retter wurden ausgezeichnet
Am Unterbacher See in Düsseldorf ist das jährliche „JuniorRetterCamp“ zu einem Renner bei den Kids geworden. Hier lernen Kinder ab 8 Jahren praktische Erfahrungen mit der Selbst- und Fremdrettung im Wasser und der Ersten Hilfe an Land. Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat diese Camp-Reihe der DRK-Wasserwacht prämiert. Zur Nachahmung empfohlen!
„Ein Volk von Nichtschwimmern“
Die DRK-Wasserwacht macht immer wieder auf den sinkenden Ausbildungsstand von Kindern und Jugendlichen im Schwimmen aufmerksam. Belegt ist dies durch wissenschaftliche Untersuchungen. Nur noch 30% der Elfjährigen haben in der Schule schwimmen gelernt. Hintergrund sind auch kulturelle und soziale Entwicklungen in der Gesellschaft. Zusammen mit dem langjährigen Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen, Rüdiger Steinmetz, warnen die Wasserwacht-Leiter: „Wir sind auf dem Weg, ein Volk von Nichtschwimmern zu werden!“
Weitere Informationen: www.wasserwacht-nordrhein.de oder DRK-Wasserwacht – DRK-Landesverband Nordrhein, Telefon 0211-3104-133
Posted: 2010-08-04 20:28:00Author:
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